Died under friendly fire – warum mich mal wieder ein Linker unter Beschuss nahm

Immer wie­der liest man es: Das Schlimms­te unter Kame­ra­den im Feld soll es sein, einen Sol­da­ten der eige­nen Armee zu erschie­ßen. In die­sen Momen­ten kommt die gan­ze Sinn­lo­sig­keit eines krie­ge­ri­schen Kon­flikts zum Tra­gen. So erschoss man doch gera­de jeman­den, der die eige­nen Wer­te und Nor­men teilt und die des Geg­ners ener­gisch bekämpft.

Ein Zusam­men­halt gegen die Kon­flikt­par­tei wohnt aber nicht nur Sol­da­ten an der Front inne.
Nicht sel­ten fühl­te ich mich im Häu­ser­kampf poli­ti­scher Bild­ner von den ver­meint­li­chen Ver­bün­de­ten unter Beschuss.

Von allen Sei­ten feu­er­te es nicht nur Kugeln, die die Geg­ner poli­ti­scher Bil­dung tref­fen soll­ten, son­dern offen­sicht­lich auch mora­li­sie­ren­de Geschos­se, die die Über­le­gen­heit bestimm­ter poli­ti­scher Bil­dung durch gro­ßes Getö­se geräusch- und effekt­voll unter­strei­chen.

Der Geg­ner rechts von einem, egal wie weit man selbst links steht und egal wie weit ent­fernt rechts- jeder ist ver­däch­tig, jeder der für die Anti­fa nicht nur Ver­ständ­nis hat, jeder der die AFD in den poli­ti­schen Dis­kurs ein­be­zie­hen will, jeder der die CDU für eine wähl­ba­re Par­tei hält, wenn­gleich man sich als Mit­tel­in­ker ver­steht, ist ver­däch­tig. Er ver­däch­tig sich als Fah­nen­flüch­ti­ger die links­mo­ra­li­sie­ren­de poli­ti­sche Bil­dung zu ver­ra­ten und so wird er aus einer Gemein­schaft aus­ge­sto­ßen, die ein gefähr­li­ches Spiel treibt: Die­se Kas­te sieht sich als ein­zi­ge legi­ti­me, poli­ti­sche Bil­dung zu ver­mit­teln und nimmt dabei in Kauf eini­ge ihrer Kli­en­ten nicht nur zu ver­lie­ren, son­dern ihre Radi­ka­li­sie­rung zuzu­las­sen. Ein­mal sich und sei­ner Kräf­te wie­der bewusst, kann man beru­higt wie­der in den Häu­ser­kampf gegen die ver­meint­li­chen Fein­de zie­hen und sich sei­ner eige­nen Wer­te bewusst wer­den und dies alles auf Kos­ten der eigent­li­chen Auf­ga­be poli­ti­scher Bil­dung und poli­ti­scher Bild­ner: Das Dar­stel­len der poli­ti­schen Land­schaft und deren Ent­wick­lung auf und neben dem Boden der Ver­fas­sung nicht mehr, aber auf kei­nen Fall weni­ger!

Juli­an Nej­kow