Nachlese zum Workshop in Görlitz – interdisziplinäre Perspektiven

 Prozesspsychologen(*2010) tref­fen Otto Reut­ter (*1870)

Nehm’n Se ’n Alten, nehm’n Se ’n Alten!
Hab’n Se ’n etwas auf­ge­frischt,
ist er bes­ser oft wie ’n Jun­ger -
und – stets bes­ser als wie nischt!”

(Text und Melo­die Otto Reut­ter, 1927) 

Es ist unbe­greif­lich, war­um sich die Her­ren Klei­nert und Hei­dig nicht dem Alt­be­währ­ten gänz­lich anver­trau­en. Nicht nur, weil es viel­mals besun­gen ist son­dern auch weil es sich ein­fach gehört – Was sich bewährt hat, ist gut und muß nicht geän­dert oder neu erfun­den wer­den.

Ein 3‑tägiger Work­shop in Gör­litz der im Nach­hin­ein mehr Fra­gen auf­wirft als zuvor. Eine Semi­nar­fol­ge, die die Teil­neh­mer auch noch danach beschäf­tigt, ein­bin­det und mit Haus­auf­ga­ben zie­hen ließ. Wo gibt es denn sowas, was soll dar­an pro­fes­sio­nell sein? War­um inves­tie­ren Men­schen ihre Zeit, um sich auf schau­ckeln­den Wis­sens­schol­len durch Gör­litz trei­ben zu las­sen?

Genug der Phra­sen­dre­scherei.

Der Work­shop von Klei­nert, Hei­dig und Part­ner ist Teil eines posi­tiv per­fi­den Pla­nes, damit Mei­len­stei­ne der Pro­zess­psy­cho­lo­gie defi­niert und gang­bar gemacht wer­den. Die ope­ra­ti­ve Erfah­rung der letz­ten Jah­re bei den Teil­neh­mern zeigt, es gibt kei­ne Mus­terlö­sun­gen, kei­ne sich wie­der­ho­len­den roten Fäden des Han­delns, die Pro­ble­me, Kon­flik­te in Unter­neh­men lösen. Wer in Pro­zes­sen arbei­tet, Ver­än­de­rung für mög­lich hält und von lebens­lan­gen Ler­nen über­zeugt ist, kann nicht immer die “alten” Schub­la­den und Ver­fah­rens­wei­sen nut­zen. Oft liegt der Schlüs­sel für den Erfolg zur Pro­zess­op­ti­mie­rung und in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen in pass­ge­nau­en Lösun­gen, manch­mal fern­ab bis­he­ri­ger Wege.

Nichts ande­res ver­mit­tel­te der kurz­wei­li­ge und oft recht span­nen­de Work­shop in Gör­litz. Wis­sen und Fach­kom­pe­tenz sind die Grund­la­ge, die dazu befä­hi­gen muß, offen für neue Lösun­gen und deren Ver­mitt­lung zu sein. Die Teil­neh­mer merk­ten sehr schnell, dass sie alle teils unter­schied­lichs­ter Cou­leur sind, aber eben dar­in die Chan­ce einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Lösungs­stra­te­gie in Bera­tungs­pro­jek­ten liegt. Pass­ge­naue Bera­tung wird nicht so ver­stan­den, dass sie pas­send für die Bera­ter sein soll. Viel mehr sol­len sich die pas­sen­den, rich­ti­gen Bera­ter und Trai­ner für ein Pro­jekt zusam­men­fin­den. In der Über­zeu­gung der Pro­zess­psy­cho­lo­gen eben ergeb­nis­ori­ent und asym­me­trisch, wenn es der Auf­trag erfor­dert.

Wis­sen ist im Ope­ra­ti­ven wert­voll meß­bar, wenn es den sinn­volls­ten Nut­zen für den Betrof­fe­nen stif­tet. Das ist Absicht und Bemü­hen von Klei­nert, Hei­dig und Part­ner, dies gemein­sam mit den facet­ten­rei­chen Teil­neh­mern des Work­shops zu errei­chen. Ein Netz­werk wur­de geschaf­fen, das jeder­zeit bereit ist, aus­ge­tre­te­ne Pfa­de zu ver­las­sen und struk­tu­riert als Trai­ner, Bera­ter und Ver­mitt­ler neu anset­zend eine Lösungs­stra­te­gie zu ent­wi­ckeln und zu beglei­ten.

Mei­ner Mei­nung nach haben sich bei die­sem Work­shop Frau­en und Män­ner der Tat getrof­fen. Man ist ver­netzt aus­ein­an­der gegan­gen. Jeder ein­zel­ne Teil­neh­mer hat es gemerkt:

Gemein­sam sind wir stark – Bewußt für Pro­jek­te aus­ge­wählt und zusam­men­ge­führt, sind wir asym­me­trisch unschlag­bar.

Vie­len Dank für die lehr­rei­chen und kom­mu­ni­ka­ti­ons­star­ken Tage. Indi­vi­dua­li­tät traf Wis­sen, Fach­kom­pe­tenz rieb sich an Krea­ti­vi­tät und Gewohn­tes misch­te sich mit Fle­xi­bi­li­tät. Die inter­dis­zi­pli­nä­re Per­spek­ti­ve ist in der Zusam­men­ar­beit mit Klei­nert, Hei­dig und Part­ner kei­ne Visi­on.

Hans-Georg Unglaub




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