Burnout – Störung oder Trendsportart? Wenn Psychologen nicht mehr hilfreich sind, sondern zum Teil des Problems werden

Wo Psy­cho­lo­gie hilf­reich sein kann und wo nicht: die Grat­wan­de­rung zwi­schen einer Kul­tur der Ver­drän­gung und einer Kul­tur des Psychologisierens

Wir kom­men aus einer Zeit, in der see­li­sche Pro­ble­me eher ver­drängt wur­den. Zwar gab es in der Regel All­tags­be­zeich­nun­gen für heu­te dia­gnos­ti­zier­ba­re Phä­no­me­ne. So wur­den etwa Sol­da­ten mit post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­run­gen als „Kriegs­zit­te­rer“ bezeich­net. Aber es war Teil der Kul­tur in vie­len Orga­ni­sa­tio­nen, sol­che Din­ge nicht zu the­ma­ti­sie­ren. Man hat­te sich zusam­men­zu­rei­ßen. In den sieb­zi­ger, acht­zi­ger und neun­zi­ger Jah­ren ver­än­der­te sich das dies­be­züg­li­che Kli­ma. Die Dia­gnos­tik fand Namen für Erschöp­fungs- und Belas­tungs­zu­stän­de, und man fand Wege, betrof­fe­nen Men­schen zu hel­fen. Gleich­zei­tig erhielt die Psy­cho­lo­gie in vie­len Bil­dungs­gän­gen, Manage­ment-Trai­nings usw. immer mehr Raum. Man wur­de in den Orga­ni­sa­tio­nen auf Erschöp­fungs- und Belas­tungs­phä­no­me­ne auf­merk­sam, wur­de sen­si­bler für die Ent­ste­hung und die Fak­to­ren, woll­te ggf. hel­fen. So wur­de es mög­li­cher, dass Betrof­fe­ne sich ohne stig­ma­ti­sie­ren­de Fol­gen hel­fen las­sen konn­ten. Das war zu Beginn sicher auch gut so. Ein wirk­lich betrof­fe­ner Mensch muss­te weni­ger Angst haben, stig­ma­ti­siert zu wer­den. Zwar sind in eini­gen Orga­ni­sa­tio­nen die Echos der frü­he­ren Kul­tur des Ver­drän­gens noch zu spü­ren, aber im Gro­ßen und Gan­zen ist man heu­te deut­lich offe­ner, was den Umgang mit Erschöp­fungs- und Belas­tungs­phä­no­me­nen angeht. Aller­dings fürch­te ich, dass das Pen­del an eini­gen Stel­len zu weit aus­ge­schla­gen ist. Die Psy­cho­lo­gie blieb nicht nur hilf­reich. Dia­gno­sen haben lei­der eine Ten­denz, sich aus­zu­brei­ten, qua­si immer gene­ra­li­sier­ter ange­wandt zu werden.

Wenn jemand etwas hat, soll ihm gehol­fen wer­den. Aber Tei­le der Psy­cho­lo­gen- und Ärz­te­schaft sind hier mei­nes Erach­tens nicht mehr hilf­reich, indem sie – mehr oder min­der unbe­ab­sich­tigt – bewir­ken, dass Betrof­fe­ne ihre Erschöp­fungs- oder Belas­tungs­sym­pto­me gleich­sam „kon­ser­vie­ren“. Die sechs­te Kur kann viel­leicht doch noch hel­fen, aber sie kann auch ein Genuss sein, von dem man lang­sam abhän­gig wird. Man hat viel­leicht ver­sucht, gegen die Sym­pto­me anzu­kämp­fen. Man hat es viel­leicht auch gewollt. Aber dann hat der net­te Psy­cho­lo­ge gesagt, man müs­se ja nicht, und man sol­le sich vor allem Zeit neh­men. Wie lang ist so ein Zeit­raum: zwei Wochen, sechs Mona­te, zwei Jah­re? Vie­le, die vor Erschöp­fung auf­ge­ben, kom­men nicht mehr hoch, weil sie sich dar­an gewöh­nen. Zur (vor­über­ge­hen­den) Ein­schrän­kung gehört auch die akti­ve Bewäl­ti­gung. Wenn es geht. Ob es geht, erfährt man nur, wenn man es pro­biert. Und gera­de die­je­ni­gen, die schwe­rer wie­der hoch­kom­men, müs­sen es öfter pro­bie­ren, weil sie sonst all­zu leicht den Glau­ben ent­wi­ckeln, dass es gar nicht mehr gehen kann. Wenn es nicht geht, gut, dann ist es so. Dafür leben wir in einem Sozi­al­staat. Aber ich bezweif­le, dass so vie­le Men­schen, wie heu­er dia­gnos­ti­ziert wer­den, wirk­lich dia­gnos­ti­ziert wer­den müs­sen. Die Ursa­che liegt mei­nes Erach­tens in Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen ver­bes­ser­ten Dia­gno­se­instru­men­ten, dem Umstand, dass man damit Geld ver­die­nen kann, der Unsi­cher­heit vie­ler Men­schen in Bezug auf ihre Selbst­hei­lungs­kräf­te und dem wach­sen­den „Rat­ge­ber­wis­sen“.

  1. Ver­meh­rung und Ver­fei­ne­rung der Dia­gno­se­instru­men­te: Die psy­cho­lo­gi­sche For­schung bleibt nicht ste­hen, son­dern dif­fe­ren­ziert das vor­han­de­ne Instru­men­ta­ri­um immer wei­ter aus. Psy­cho­lo­gen beob­ach­ten, über­prü­fen ihre Beob­ach­tun­gen und geben dem, was der Über­prü­fung stand­hält, Namen. In den ver­gan­ge­nen drei­ßig Jah­ren hat sich die Psy­cho­lo­gie aber immer wei­ter davon ent­fernt, eine hilf­rei­che Wis­sen­schaft zu sein. Die uni­ver­si­tä­re Psy­cho­lo­gie ist zu einer bei­na­he rei­nen For­schungs- und Metho­den­wis­sen­schaft gewor­den, die natur­wis­sen­schaft­li­che Rou­ti­nen anwen­det und Ergeb­nis­se gene­riert, die im wis­sen­schaft­li­chen Kon­text wert­voll sein mögen, für die Pra­xis der Psy­cho­lo­gie aber immer weni­ger Rele­vanz besitzen.
  2. Geld ver­die­nen: Indem Kran­ken­kas­sen Hil­fe­leis­tun­gen bezah­len, die einem rela­tiv star­ren Kri­te­ri­en­ka­ta­log ent­spre­chen müs­sen, sind Hel­fer dazu gezwun­gen, ihre Dar­stel­lun­gen und Akti­vi­tä­ten dem Kri­te­ri­en­ka­ta­log anzu­pas­sen. So kommt es, dass aus gesun­den Men­schen sol­che mit einer Dia­gno­se wer­den, weil man ihnen sonst nicht (bezahlt) hel­fen könn­te. Hin­zu kommt, dass die Hel­fer-Wel­ten in der Regel kei­ne Instru­men­te zur Fest­stel­lung des Nor­mal­falls haben, son­dern nur sol­che für den Krank­heits­fall. Und die­se Mess­in­stru­men­te schla­gen unter Umstän­den auch dann aus, wenn gar nichts ist. Unter ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gen und Psych­ia­tern gab es eine hef­ti­ge Dis­kus­si­on dar­über, ob man Donald Trump fern­dia­gnos­ti­zie­ren dür­fe oder nicht. Einer der Autoren der Dia­gno­se­kri­te­ri­en für Nar­ziss­muss mein­te dann, es sei egal, ob der Prä­si­dent ein Welt­klas­se-Nar­zisst sei oder nicht, ent­schei­dend sei, ob er selbst einen Lei­dens­druck ver­spü­re oder nicht. Außer­dem sei die Lösung für das von vie­len Psy­cho­lo­gen gese­he­ne Pro­blem eine poli­ti­sche und kei­ne mit psy­cho­lo­gi­schen Mit­teln her­bei­führ­ba­re. Das schmerz­haf­te Fazit lau­tet hier: wenn man zum Psy­cho­lo­gen geht, fin­det der in der Regel auch etwas, weil er ja dar­auf spe­zia­li­siert ist und sein Geld damit ver­dient. Hier ist die Ethik der Psy­cho­lo­gie gefragt. Aller­dings reagie­ren Psy­cho­lo­gen oft recht irri­tiert, wenn man sie nach ihrer Ethik befragt. Sie reden dann von der Ver­mei­dung von Macht oder von wert­schät­zen­der Grund­hal­tung. An die hin­ter der Psy­cho­lo­gie als gesam­ter Dis­zi­plin lie­gen­den Grund­an­nah­men und Impli­ka­tio­nen kom­men sie mit ihrem Den­ken in der Regel nicht heran.
  3. Unsi­cher­heit bzgl. der eige­nen Selbst­hei­lungs­kräf­te: Wir leben in Zei­ten, in denen wir sehr viel von Selbst­re­fle­xi­on, Auf­ar­bei­tung usw. hal­ten. Das Pro­blem hier­bei ist, dass mit zuneh­men­der Indi­via­dua­li­sie­rung aus einer ansich ja not­wen­di­gen und hilf­rei­chen Selbst­re­fle­xi­on eher eine Selbst­ro­ta­ti­on gewor­den ist. Das „gro­ße Ich“ („Big Me“) steht mit sei­nen Inter­es­sen im Mit­tel­punkt. Heu­te jun­ge Men­schen träu­men häu­fi­ger von gro­ßen Taten, Erfin­dun­gen etc. als frü­he­re Genera­tio­nen, aber sie tun dies viel weni­ger mit dem Blick auf ande­re, son­dern eher mit dem Blick auf sich bzw. auf das Bild von sich, das die ande­ren in ihnen sehen sol­len. Mit die­ser Fokus­sie­rung auf sich selbst geht zuneh­mend die Intui­ti­on ver­lo­ren. Wenn ich mich immer mehr um mich selbst dre­he und selbst mein Maß­stab bin, weiß ich immer weni­ger, was rich­tig oder falsch ist. Dadurch geht die Intui­ti­on ver­lo­ren, was mir hilft und was nicht, was gut für mich ist und was nicht. Ich wer­de in Semi­na­ren zuneh­mend Din­ge gefragt, die vor zwan­zig Jah­ren noch selbst­ver­ständ­lich gewe­sen wären, bei­spiels­wei­se ob man einem Mit­ar­bei­ter in bestimm­ten Situa­tio­nen Gren­zen set­zen sollte.
  4. Rat­ge­ber­wis­sen: Die letz­te Ent­wick­lung wird durch einen wei­te­ren Trend ver­stärkt. Die feh­len­de Intui­ti­on wird mit Rat­ge­ber-Lek­tü­re ersetzt. Dar­aus resul­tiert ein Halb­wis­sen, das – vor­geb­lich der Selbst­re­fle­xi­on die­nend – wie eine Art stän­dig neben­her­lau­fen­des Kor­rek­tiv die Selbst­ro­ta­ti­on noch ver­stärkt. Niveau und Qua­li­tät die­ser Erkennt­nis­se lie­gen in vie­len Fäl­len auf dem Level des­sen, was man als „Küchen­psy­cho­lo­gie“ bezeich­net. Kürz­lich setz­te sich ein Kaba­ret­tist zu mir an den Knei­pen­tisch. Wir kann­ten uns nicht, stell­ten ein­an­der vor, und als ich sag­te, ich sei Psy­cho­lo­ge, platz­te es aus mei­nem Gegen­über lachend her­aus: „Aber das kann doch jeder! Ein biß­chen nett, ein biß­chen zuhö­ren, und fer­tig ist die Rechnung!“

Wann haben wir begon­nen, es zu übertreiben?

Was ich mit die­sen Dar­stel­lun­gen ver­deut­li­chen will, ist die Grat­wan­de­rung, die es heut­zu­ta­ge bedeu­tet, als Psy­cho­lo­ge hilf­reich zu blei­ben. Unser Blick rich­tet sich gewohn­heits­mä­ßig noch auf die Kul­tur der Ver­drän­gung. Dabei bekom­men vie­le nicht mit, dass es mitt­ler­wei­le eine Kul­tur des Psy­cho­lo­gi­sie­rens gibt, in der auch frü­her selbst­ver­ständ­li­che Zusam­men­hän­ge durch Psy­cho­lo­gi­sie­rung aus­ge­he­belt wer­den kön­nen. Das fol­gen­de Bei­spiel soll tat­säch­lich statt­ge­fun­den haben:

Situa­ti­on: Aus­bil­der mit eini­gen Rekru­ten in einem Wald­ge­biet, vor ihnen eine aus­ge­fah­re­ne Pan­zer­spur; der Aus­bil­der befiehlt, durch die Rin­ne zu krie­chen; eini­ge Rekru­ten tun dies, ein Rekrut bleibt stehen.

Aus­bil­der: „Krie­chen Sie hier durch!”

Rekrut: „Nein, der Boden ist nass, und es gibt kei­ne Gefechts­er­for­der­nis, das zu machen.”

Aus­bil­der: wird rot

Rekrut, noch bevor der Aus­bil­der etwas sagt: „Wenn Sie mich anschrei­en, gehe ich zum Psychologen.”

Am Ende wur­de der Aus­bil­der laut, war der Rekrut beim Psy­cho­lo­gen, gab es eine ent­spre­chen­de Beschwer­de und wur­de der Aus­bil­der verwarnt.

Man mag von die­sem Bei­spiel hal­ten, was man möch­te. Für die einen ist es ein Beleg, dass sich die Bun­des­wehr tat­säch­lich ver­än­dert hat und man heu­te nicht nur anders als frü­her füh­ren soll, son­dern dass es auch Kon­se­quen­zen hat, wenn man es nicht tut. Für die ande­ren ist es ein Beleg dafür, dass einer der wich­tigs­ten Fak­to­ren für die Ein­satz­stär­ke einer Ein­heit – die Bin­dung zwi­schen den Sol­da­ten zum einen und die Bin­dung zwi­schen den Sol­da­ten und ihrem jewei­li­gen Vor­ge­setz­ten – durch wach­sen­de Indi­vi­dua­li­sie­rung und Durch­set­zung ent­spre­chen­der Inter­es­sen und Belan­ge zuneh­mend aus­ge­höhlt wird. Wie auch immer die Lese­rin oder der Leser das Bei­spiel bewer­ten mag – eines möch­te ich fest­hal­ten: Wenn Psy­cho­lo­gen dabei hel­fen, eine Orga­ni­sa­ti­on, die defi­ni­ti­ons­ge­mäß in der Lage sein soll, unter Druck zu funk­tio­nie­ren, der­art in Fra­ge zu stel­len, dann hat dies Fol­gen für die betref­fen­de Orga­ni­sa­ti­on. Ich will damit nicht den Drill frü­he­rer Jah­re recht­fer­ti­gen. Die Fra­ge, die ich stel­len möch­te, lau­tet: wie weit hat sich das Pen­del mitt­ler­wei­le vom Drill weg­be­wegt, und inwie­weit haben die Fol­gen der Indi­vi­dua­li­sie­rung, die ja von vie­len (und auch von mir!) nach der Wen­de als Befrei­ung emp­fun­den wur­de, mitt­ler­wei­le selbst pro­ble­ma­ti­sche Situa­tio­nen her­vor­ge­ru­fen? Wann beginnt sich der Cha­rak­ter der Frei­heit („Bür­ger in Uni­form“) in einen Geist der Hin­ter­fra­gung jed­we­der Selbst­ver­ständ­lich­keit zu ver­wan­deln? Wann haben wir begon­nen, es zu über­trei­ben? Und wo haben Psy­cho­lo­gen dabei gehol­fen – und tun es noch?

Wenn aus hart erkämpf­ten Rech­ten zuneh­mend selbst­ver­ständ­li­che Ansprü­che werden

Nicht alle Leser wer­den mir fol­gen, wenn ich das, was ich hier sagen will, mit Bei­spie­len aus der mili­tä­ri­schen Welt zu plau­si­bi­li­sie­ren ver­su­che. Manch­mal wer­den die tat­säch­li­chen Zusam­men­hän­ge durch kon­trast­rei­che Bei­spie­le aber umso deut­li­cher. Es sei des­halb ein wei­te­res Bei­spiel aus eben die­ser Welt ange­führt: Wie jeder weiß, kann es gefähr­lich sein, in einen Aus­lands­ein­satz zu gehen. Nun gibt es eine gan­ze Rei­he von Sol­da­ten, die, aus wel­chen Grün­den auch immer, nicht in einen bestimm­ten Aus­lands­ein­satz gehen kön­nen. Die­ses „nicht kön­nen“ ist an und für sich eine schüt­zens­wer­te Ein­rich­tung. Aber Gele­gen­heit macht Schu­le, und so gibt es eine nicht näher bestimm­ba­re Zahl von Sol­da­ten, die sich ver­mit­tels einer Dia­gno­se gleich­sam vor dem Aus­lands­ein­satz schüt­zen. Falls ich hier nicht ganz falsch lie­ge, dann stimmt etwas nicht, und dar­an sind Psy­cho­lo­gen nicht unschul­dig. Das Schlim­me dar­an: So etwas kommt für die tat­säch­lich von Erschöp­fungs- oder Belas­tungs­sym­pto­men Betrof­fe­nen einem Schlag ins Gesicht gleich. Zu den oben genann­ten vier Punk­ten (ver­bes­ser­te Dia­gno­se­instru­men­te bis Rat­ge­ber­wis­sen) kommt also noch ein fünf­ter Punkt hin­zu. „Schlech­te Bei­spie­le machen Schu­le“, könn­te man die­sen Punkt nen­nen, oder „Weil sie es kön­nen“ oder schlicht „Tritt­brett­fah­re­rei“. Eine eigent­lich als Hil­fe­sys­tem gedach­te Ein­rich­tung wird auf die­se Wei­se erst lang­sam aus­ge­höhlt und dann zur juris­tisch durch­zu­fech­ten­den Far­ce, an die kei­ner mehr so rich­tig glaubt, gegen die aber auch kei­ner etwas machen kann, weil Psy­cho­lo­gen und spä­ter Juris­ten die ent­spre­chen­den Rech­te akri­bisch bewa­chen. Aus hart erkämpf­ten Rech­ten wer­den so zuneh­mend selbst­ver­ständ­li­che Ansprüche.

Wenn die­se Bei­spie­le noch nicht aus­rei­chen, sei hier ein wei­te­rer Zusam­men­hang dar­ge­stellt, den ich für hoch­gra­dig pro­ble­ma­tisch halte:

Wie Sug­ges­ti­on funktioniert

Stel­len Sie sich bit­te Fol­gen­des vor: Eine Leh­re­rin fährt zur Kur. Sie hat ein paar Jah­re als Klas­sen­leh­re­rin hin­ter sich und ihre Klas­se, die sie als anstren­gend erlebt hat, end­lich abge­ge­ben. Sie hat in den letz­ten bei­den Jah­ren schlecht geschla­fen, ihre Ärz­tin mein­te zuletzt, dass sie schlecht aus­se­he („ganz grau irgend­wie“). Sie hat frü­her viel Sport getrie­ben, aber in den letz­ten Jah­ren ist das eben­so ein­ge­schla­fen wie das Inter­es­se an ihrem Mann. Man lebt so neben­ein­an­der her. Die Mög­lich­keit einer Kur hat sie begeis­tert auf­ge­nom­men. Und dann ist da die­ser Psy­cho­lo­ge, ein biß­chen jün­ger als die Dame, ein­fühl­sam und ver­ständ­nis­voll, mit gro­ßem Inter­es­se für sie als Mensch. In der ers­ten Sit­zung fragt er sie nach ihrem Berufs­le­ben, nach ihrer Zufrie­den­heit, ihren Plä­nen, ihren Gedan­ken zu der Fra­ge, was sie alles für sich tun könn­te, jetzt, wo sie doch so viel für ande­re gemacht habe. In der nächs­ten Sit­zung fragt er sie, wo nach ihrer Ansicht die Ursa­chen lie­gen könn­ten. Nach­dem sie lan­ge über ihren Beruf, das Leh­rer­kol­le­gi­um und die abge­ge­be­ne Klas­se gespro­chen hat, fragt er am Ende der Sit­zung, ob es viel­leicht noch ande­re Ursa­chen gebe, mög­li­cher­wei­se auch im Pri­vat­le­ben. Wäh­rend der Tage bis zur nächs­ten Sit­zung denkt sie nach und erzählt dem The­ra­peu­ten dann aus­führ­lich von ihrem Mann. Wie der net­te Psy­cho­lo­ge da so sitzt und nickt, kommt er ihr wie der Gegen­ent­wurf zu ihrem Ehe­mann vor. Natür­lich ver­bie­tet sie sich sol­che Gedan­ken. Aber der Zwei­fel nagt wei­ter. „Wie könn­te Ihr Mann Sie denn bes­ser unter­stüt­zen? Oder anders gefragt: Was erwar­ten Sie eigent­lich von Ihrem Mann?“ fragt er. „Das weiß ich gar nicht. Eigent­lich nichts mehr.“, ant­wor­tet sie. „Inwie­fern könn­te das Teil des Pro­blems sein?“, fragt er. Und so wei­ter. Er trig­gert an, sie ver­tieft die ent­spre­chen­den Gedan­ken – zwei­felt immer mehr. Wenn sie nach der Kur zuhau­se ankommt, wird sie bereits einen Schei­dungs­an­walt ange­ru­fen haben.

Sol­cher­lei sanf­te, kaum merk­li­che Sug­ges­tio­nen fin­den – in der Regel ohne böse Absicht, wohl aber oft mit einer Art wenig bewuss­ter Hin­ter­grund­theo­rie von Gut und Böse, Zusam­men­blei­ben oder Tren­nung, nor­ma­ler Erschöp­fung oder Bur­nout usw. – täg­lich hun­dert­fach statt. In All­tags­ge­sprä­chen mag das ange­hen, pro­ble­ma­tisch wird es, wenn damit Schei­n­er­in­ne­run­gen oder grund­le­gen­de Ein­stel­lungs­än­de­run­gen pro­vo­ziert wer­den, wel­che die betrof­fe­ne Per­son zu Gefüh­len, Ent­schei­dun­gen usw. bewe­gen, die sie vor­her so nicht gewollt hät­te. Das Pro­blem ist hier, dass die Per­son nach­her mit den betref­fen­den Gefüh­len und Ent­schei­dun­gen in der Regel erst ein­mal sehr glück­lich ist. Einen Rück­schluss auf vor­her und eine ent­spre­chen­de Kor­rek­tur sind nicht mehr mög­lich, denn es ist ja augen­schein­lich alles gut.

Psy­cho­lo­gen besit­zen durch­aus die Macht, jeman­den in Bur­nout, eine post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung etc. „hin­ein­zu­coa­chen“, und zwar nur durch Fra­gen. Die­se Fra­gen müs­sen noch nicht ein­mal vor­der­grün­dig sug­ges­tiv sein. Eine sub­ti­le Erwäh­nung der ent­spre­chen­den Fak­to­ren in einem Neben­satz und die bei­läu­fi­ge Wie­der­ho­lung der Begrif­fe in ande­ren, eben­so bei­läu­fi­gen Neben­sät­zen, reicht oft schon aus, denn was zwi­schen Psy­cho­lo­gen und Kli­en­ten wirkt, ist vor allem die Bin­dung. Wenn die­se geeig­net ist, einen inni­gen Aus­tausch ent­ste­hen zu las­sen, dann sind Sug­ges­tio­nen mit sehr gerin­gen Mit­teln mög­lich. Die betref­fen­den Psy­cho­lo­gen kön­nen hin­ter­her immer behaup­ten, dass sie dies oder jenes nie gesagt hät­ten. Haben sie ja auch nicht, sie haben es nur bei­läu­fig sug­ge­riert, indem sie schein­bar offe­ne Fra­gen gestellt haben.

Es kommt also sehr dar­auf an, wel­che „Hin­ter­grund­theo­rie“ eine Psy­cho­lo­gin oder ein Psy­cho­lo­ge ver­tritt. Glaubt sie bspw. nicht an lang­fris­ti­ge Bezie­hun­gen, son­dern hängt dem Kon­zept der Lebens­ab­schnitts­part­ner­schaf­ten an? Glaubt er bspw. dar­an, dass Depres­sio­nen die „nor­ma­le Erkäl­tung der Psy­che“ sind, und dass Bur­nout dem­entspre­chend pas­sie­ren kann und mit bestimm­ten Schrit­ten unter Umstän­den von ganz allein wie­der weg­geht? Oder glaubt er, dass, wer ein­mal Bur­nout hat­te, wie­der dort lan­det, wenn er nicht eine ganz lan­ge Aus­zeit nimmt und sein Leben mit zunächst auch medi­ka­men­tö­ser Unter­stüt­zung radi­kal ändert? Sol­che – oft noch nicht ein­mal ganz bewuss­ten – Glau­bens­sät­ze haben, so will ich mei­nen, einen gro­ßen Ein­fluss auf das psy­cho­lo­gi­sche Handeln.

Was hilft, ohne dass man gleich zum Psy­cho­lo­gen muss?

Lei­der gilt in der Pra­xis oft genug der Satz: Gren­zen bemerkt man erst, wenn man dran oder dar­über hin­weg­ge­gan­gen ist. Im Nach­hin­ein fällt vie­len Betrof­fe­nen auf, dass sie die Sache kom­men sehen haben. Ein laten­tes Gefühl der Über­for­de­rung, immer neue Ziel­set­zun­gen, es doch zu schaf­fen, Durch­hal­te­pa­ro­len gegen­über sich selbst, über Mona­te oder Jah­re hin­weg immer weni­ger Schlaf. Erst fal­len die Hob­bies weg, dann fol­gen Schlaf- und Bewe­gungs­man­gel, schließ­lich kommt mit dem Stress und der Schlaf­lo­sig­keit bei man­chen das Über­ge­wicht, bei ande­ren der Alko­hol oder der Dau­er­streit zuhau­se. So man­che Bezie­hung wird eher dem Stress geop­fert als tat­säch­li­chen Pro­ble­men. Schließ­lich lan­det man in der Depres­si­on, fühlt sich völ­lig antriebs­los, kann aber kaum schla­fen, lei­det an Selbst­zwei­feln bis hin zu Selbst­mord­ge­dan­ken. Ist man voll und ganz „drin“, hilft in der Regel nur der Gang zum Arzt. Da kön­nen selbst ver­sier­te Psy­cho­lo­gen oft nur einen Teil der not­wen­di­gen Hil­fe leis­ten. Aber für den Fall, dass man es früh genug merkt – oder man von Kol­le­gen, Fami­li­en­mit­glie­dern oder dem Haus­arzt ange­spro­chen wird und – wie so oft in sol­chen Fäl­len – die Hin­wei­se nicht abblockt, son­dern annimmt, was man hört, kann man selbst eini­ges gegen Bur­nout tun. Dann geht man einst­wei­len von einer „Gesund­heits­ver­mu­tung“ aus. Eine sol­che Ver­mu­tung unter­stellt, dass man nicht krank ist, kei­ne Stö­rung o.ä. hat, son­dern gesund ist, es zwar über­trie­ben hat („Erkäl­tung der Psy­che“), die Situa­ti­on aber bewäl­ti­gen kann. Was dann zu tun ist, hat mehr mit der Ver­än­de­rung prak­ti­scher Din­ge im Leben zu tun als mit tief­schür­fen­dem Psy­cho­lo­gi­sie­ren. Es kann auch um die Sinn­fra­ge gehen, aber auch die Fra­ge nach dem Sinn des eige­nen Lebens muss nicht zwin­gend eine sein, bei deren Beant­wor­tung man einen Psy­cho­lo­gen braucht. Hier sind die Din­ge, die man tun kann, ohne jeman­den kon­sul­tie­ren zu müssen:

  1. Man kann ler­nen, das Han­dy aus­zu­ma­chen und weni­ger zu arbei­ten. Gehen Sie zei­ti­ger nach Hau­se und ler­nen Sie, dass man ersetz­bar ist. Es muss nicht alles gemacht wer­den. Leh­nen Sie sich zurück und ler­nen Sie, Din­ge bewusst auch ein­mal nicht zu machen. Sie wer­den sehen: das geht. Das heißt nicht, dass Sie nicht mehr arbei­ten sol­len. Sie kön­nen sich eine Aus­zeit neh­men, aber gehen Sie recht bald wie­der arbei­ten. Ziel ist ja zu ler­nen, die Arbeit anders in den Griff zu krie­gen. Das schaf­fen Sie am Ehes­ten durch eine Ände­rung der Hal­tung. Die­se Hal­tung kön­nen Sie sich bei­brin­gen, indem sie die gwünsch­te Hal­tung regel­recht ein­üben: Leh­nen Sie sich zurück und ler­nen Sie, in den Situa­tio­nen, in denen Sie sich bis­her enga­giert zu Wort gemel­det haben, öfter zu schweigen.
  2. Wenn man zu viel gemacht hat, ist es gut, sich zu zwin­gen, nichts zu machen. Wenig hilf­reich ist es, die Arbeit mit wei­te­ren Zie­len (Hob­by, Sport etc.) zu erset­zen. Das ver­la­gert nur den Druck. Ler­nen Sie, zeit­wei­se nichts zu machen. Über­steht man die ers­ten Stun­den, wird es leichter.
  3. Mit dem Nichts­tun ver­än­dert sich der Fokus. Fami­lie, Hob­bies etc. wer­den wie­der wich­ti­ger. Man lernt so, sich ganz bei­läu­fig um die Din­ge zu küm­mern, die wirk­lich wich­tig sind. Das hat nichts mit dem hip­pen Selb­st­op­ti­mie­rungs-Ego­is­mus zu tun, der aus jeder Akti­vi­tät eine Orgie der Selbst­dar­stel­lung macht, nach dem Mot­to: „Guckt mal, ich kann entspannt!“
  4. Nach­dem man eine Wei­le her­um­ge­ses­sen hat, kann man anfan­gen, sich genü­gend zu bewe­gen. 10.000 Schrit­te am Tag sind nicht zu viel, wenn man sich dar­an gewöhnt. Man darf nur wie gesagt nicht ein wei­te­res Pro­jekt draus machen. Vie­le erset­zen den Druck auf Arbeit durch Zie­le beim Sport und ver­la­gern den Druck damit nur. Lang­sa­me Stei­ge­rung ist hier das Gebot der Stunde.
  5. Ver­su­chen Sie, gut zu schla­fen. In der Regel kommt der bes­se­re Schlaf mit zuneh­men­der Entspannung.
  6. Arbei­ten Sie weni­ger und nut­zen Sie die frei wer­den­de Zeit, um etwas zu tun, das Ihnen Spaß macht. Bücher, Freun­de, ein frü­he­res Hob­by bei­spiels­wei­se. Legen Sie sich ein Reser­vat zu, das nur Ihnen gehört – zwei Aben­de in der Woche nur für Sie beispielsweise.
  7. Ach­ten Sie auf Ihre Ernäh­rung. Kon­trol­lie­ren Sie, was Sie essen, und ler­nen Sie, sich beim Ein­kau­fen, abends vor dem Kühl­schrank und mit­tags in der Kan­ti­ne bewusst zu ent­schei­den. Die Merk­sät­ze, die Sie sich in sol­chen und ande­ren Situa­tio­nen immer wie­der sagen kön­nen, lau­ten bei­spiels­wei­se: „Ich kann mich ent­schei­den. Nichts jagt mich. Ich kann das jetzt machen, muss es aber nicht. Ich lebe entspannt.“

Noch ein­mal: wer wirk­lich schwe­re Sym­pto­me hat, soll zum Arzt gehen. Ich fürch­te aber, dass sich das Ver­ständ­nis von schwe­ren Sym­pto­men ver­scho­ben hat und wir ins­ge­samt „wei­cher“ gewor­den sind – weil wir es kön­nen, weil Psy­cho­lo­gen und ande­re Hel­fer die jeweils eige­nen Annah­men („Küchen­psy­cho­lo­gie“) bestä­ti­gen oder ins­ge­samt mehr dia­gnos­ti­zie­ren als frü­her, anstatt zunächst ein­mal auf die Selbst­hei­lungs­kräf­te zu fokus­sie­ren und die häu­fi­ger wer­den­den Eigen­dia­gno­sen wohl­wol­lend in Fra­ge stel­len. Es ist wie bei angeb­lich gestör­ten Kin­dern: in vie­len Fäl­len wäre die Gesund­heits­ver­mu­tung hilf­rei­cher als die Dia­gno­se, weil sie den Kon­text der Nor­ma­li­tät wahrt und nicht zur Selbst­stig­ma­ti­sie­rung bei­trägt („Ich habe ADHS und hei­ße Jus­tin.“). Gera­de bei ADHS kann eine Ernäh­rungs­um­stel­lung (zucker­arm, viel Gemü­se) in Ver­bin­dung mit kon­trol­lier­tem Medi­en­kon­sum, ver­mehr­ter Bewe­gung und der Erfah­rung von Lie­be einer­seits und Gren­zen ande­rer­seits in der Inter­ak­ti­on mit den Eltern min­des­tens die glei­che Wir­kung ent­fal­ten wie Rita­lin. Ähn­lich ist es bei Bur­nout: wenn ich erst ein­mal von einer Gesund­heits­ver­mu­tung aus­ge­he, habe ich eine Chan­ce, die gan­ze Sache ohne tief­grün­di­ges Psy­cho­lo­gi­sie­ren zu über­ste­hen. Denn das Psy­cho­lo­gi­sie­ren wird schnell zum Hob­by: weiß ich erst ein­mal, wie das geht, kom­me ich auf immer mehr Gedan­ken. Im Extrem­fall sind flugs Schei­n­er­in­ne­run­gen – bspw. an früh­kind­li­che Trau­ma­ta – her­bei­ge­zau­bert. Des­halb soll­ten sich Psy­cho­lo­gen der sug­ges­ti­ven Wir­kung ihrer Wor­te bewusst sein. Allein die Moti­va­ti­on zu hel­fen, ein paar funk­tio­nie­ren­de Metho­den und ein biß­chen Wis­sen rei­chen nicht.

Fazit

Der heu­ti­gen Psy­cho­lo­gie fehlt eine Ethik – eine The­se, die regel­mä­ßig auf Ableh­nung stößt, weil dem Beruf ja eine Hal­tung und damit auch eine Ethik inne­wohnt. Das stimmt, soweit es sich um Hil­fe han­delt. Aber die Hil­fe­be­dürf­tig­keit hat sich über die Maßen aus­ge­brei­tet. Hil­fe­be­dürf­tig­keit ist eine Fra­ge des Blick­win­kels und der Licht­ver­hält­nis­se gewor­den, sprich: sie ist jeder­zeit her­stell­bar, auch durch simp­le Behaup­tung. Eine Dia­gno­se zur Unter­maue­rung fin­det sich schon. Anders for­mu­liert: der Nor­mal­fall ist uns abhan­den gekommen.

Es dau­ert eine Wei­le, bis man ver­steht, dass es manch­mal hilf­rei­cher ist, etwas nicht zu tun (zu dia­gnos­ti­zie­ren zum Bei­spiel). Die Ethik eines Hil­fe­sys­tems kippt um, wenn man es zu sehr an Geld bin­det. Ohne Geld geht es nicht, das ist eine not­wen­di­ge Kon­zes­si­on an den Grund­mo­dus von Tausch­ge­schäf­ten. Aber man muss auf­pas­sen, wie weit man wirt­schaft­li­che Ori­en­tie­run­gen in ein Sys­tem her­ein­lässt. Die Ver­meh­rung und Ver­fei­ne­rung der Dia­gno­sen ist Hand in Hand mit einer Ver­be­triebs­wirt­schaft­li­chung der Hel­fer­sys­te­me gegan­gen. Hin­zu kam die zuneh­men­de Popu­la­ri­sie­rung von Dia­gno­sen bis hin zu ihrem – ich unter­stel­le – stra­te­gi­schen Miss­brauch. Die­se Ent­wick­lung hat dazu geführt, dass ehe­mals hart erkämpf­te Frei­hei­ten zuneh­mend zur gefor­der­ten Selbst­ver­ständ­lich­keit gewor­den sind. Waren psy­cho­lo­gisch fun­dier­te Inter­ven­tio­nen einst­mals auch ein eman­zi­pa­to­ri­sches Instru­ment, ver­kom­men sie heu­te stel­len­wei­se zum bil­li­gen Argu­ment in der Ver­tei­di­gung – in man­chen Fäl­len recht belie­big erschei­nen­der – indi­vi­du­el­ler Ansprü­che. Ein Psy­cho­lo­ge muss sich also nicht mehr nur über­le­gen, ob und wie er hilft, son­dern muss sich fra­gen, bei was er hilft und wozu er mög­li­cher­wei­se verhilft. In vie­len Fäl­len, so fürch­te ich, ist weni­ger Psy­cho­lo­gie hilf­rei­cher als mehr Psychologie.

Jörg Hei­dig

Von Jörg Heidig

Jörg Heidig, Jahrgang 1974, nach Abitur und Berufsausbildung in der Arbeit mit Flüchtlingen zunächst in Deutschland und anschließend für mehrere Jahre in Bosnien-Herzegowina tätig, danach Studium der Kommunikationspsychologie, anschließend Projektleiter bei der Internationalen Bauausstellung in Großräschen, seither als beratender Organisationspsychologe, Coach und Supervisor für pädagogische Einrichtungen, soziale Organisationen, Behörden und mittelständische Unternehmen tätig. 2010 Gründung des Beraternetzwerkes Prozesspsychologen; seit 2016 Leitung des Görlitzer KIB-Instituts. Lehraufträge an der Hochschule der Sächsischen Polizei, der Dresden International University, der TU Dresden sowie der Hochschule Zittau/Görlitz.