Reaktanz

Die aktu­el­le poli­ti­sche Situa­ti­on in Deutsch­land ist — spe­zi­ell in Sach­sen — ohne den Begriff der Reak­tanz kaum zu ver­ste­hen. Bei „Reak­tanz“ han­delt es sich wahr­schein­lich um ein eben­so sel­ten ver­wen­de­tes Wort wie der­zeit häu­fi­ges Phä­no­men, näm­lich den Wider­stand gegen Über­zeu­gungs­druck. Neh­men wir als ers­tes Bei­spiel die Dis­kus­si­on um die Bewah­rung der Lebens­grund­la­gen auf die­sem… Reak­tanz weiterlesen

Die Lausitz aus Sicht jüngerer Frauen

Bereits in frü­he­ren Lau­­sitz-Moni­­tor-Erhe­­bun­­gen wur­de deut­lich, dass die jün­ge­ren Lau­sit­ze­rin­nen in der Alters­grup­pe zwi­schen 16 und 39 Jah­ren sowohl ihr eige­nes Leben als auch die Regi­on ins­ge­samt anders sehen — und zwar nicht nur im Ver­gleich zu den Män­nern der glei­chen Alters­grup­pe, son­dern an eini­gen Stel­len auch im Ver­gleich zu allen ande­ren Bevöl­ke­rungs­grup­pen. Der fol­gen­de… Die Lau­sitz aus Sicht jün­ge­rer Frau­en weiterlesen

Der qualitative Forschungsprozess

Para­dig­ma­ti­sche Homo­ge­ni­sie­rung Im Grun­de han­delt es sich bei der qua­li­ta­ti­ven Per­spek­ti­ve auf den ers­ten Blick um ein „irgend­wie ande­res“ Para­dig­ma. Wenn sich Men­schen, die Psy­cho­lo­gie stu­diert haben, über For­schungs­me­tho­den unter­hal­ten, tun sie das häu­fi­ger aus dem Blick­win­kel quan­ti­ta­ti­ver For­schungs­me­tho­den und weni­ger häu­fig aus einer qua­li­ta­ti­ven Per­spek­ti­ve. Der Grund dafür ist in der rela­tiv weit­ge­hen­den para­dig­ma­ti­schen… Der qua­li­ta­ti­ve For­schungs­pro­zess weiterlesen

Methoden der Interviewführung

Die womög­lich offens­te Form des Inter­views ist die des nar­ra­ti­ven Inter­views, bei dem vor allem Wert auf eine geeig­ne­te Form des Ein­stiegs („Erzähl­auf­for­de­rung“) gelegt wird und die inter­view­en­de Sei­te sich ansons­ten stark zurück­hält. Wenn man sich aus­ge­hend vom nar­ra­ti­ven Inter­view als der womög­lich offens­ten Inter­view­va­ri­an­te ein Spek­trum bis hin zu fes­te­ren, eher „geschlos­se­nen“ Inter­view­va­ri­an­ten vor­stellt,… Metho­den der Inter­view­füh­rung weiterlesen

Qualitätskriterien qualitativer Forschung

Betrach­tet man die ”qua­li­ta­ti­ve Metho­den­land­schaft“, so ent­steht leicht der Ein­druck, dass vie­le irgend­wie ganz ähn­li­che Din­ge tun, sich aber gern in end­lo­sen Dis­kus­sio­nen dar­über erge­hen, was nun ”metho­do­lo­gisch kor­rekt“ sei und wel­che metho­di­schen Schrit­te war­um an wel­cher Stel­le sein müss­ten und wel­che nicht. Viel­leicht liegt die­se Hete­ro­ge­ni­tät aber nicht an der feh­len­den Annä­he­rung an einen… Qua­li­täts­kri­te­ri­en qua­li­ta­ti­ver For­schung weiterlesen

Exploration und Inspektion

Die qua­li­ta­ti­ve For­schung beruht auf den Prä­mis­sen des sym­bo­li­schen Inter­ak­tio­nis­mus sen­su Blu­mer (2013), der sei­ne Arbeit wie­der­um an der Phi­lo­so­phie Geor­ge Her­bert Meads (2013) ori­en­tiert. Auch die frü­hen Wer­ke eines der Begrün­der der Groun­ded Theo­ry (Anselm Strauss: Mir­rors and Masks) basie­ren auf den Betrach­tun­gen von Geor­ge Her­bert Mead (2013). In der qua­li­ta­ti­ven For­schung geht es… Explo­ra­ti­on und Inspek­ti­on weiterlesen

Wie aus Sicht der qualitativen Forschung Wissen entsteht

Die Grund­la­ge für Hand­lun­gen sind die Bedeu­tun­gen, die Din­ge für die han­deln­den Per­so­nen besit­zen. Es geht also nicht dar­um, was ist, son­dern dar­um, was die betref­fen­den Per­so­nen glau­ben, das ist. Bei­des muss nicht zwin­gend über­ein­stim­men, im Gegen­teil: Ein Ding und sei­ne Bedeu­tung kön­nen weit aus­ein­an­der­lie­gen. Die Din­ge erhal­ten ihre Bedeu­tung durch den sozia­len Inter­ak­ti­ons­pro­zess, wes­halb… Wie aus Sicht der qua­li­ta­ti­ven For­schung Wis­sen ent­steht weiterlesen

Der Ursprung der Kommunikation

Bevor Pri­ma­ten die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­prä­gung von Spra­che ent­wi­ckeln konn­ten, leb­ten sie bereits im Ver­band. Die­ser frü­he, gleich­sam vor­ge­sell­schaft­li­che Erfah­rungs­pro­zess bil­det die Vor­aus­set­zung für die Ent­ste­hung der Fähig­keit zur Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wir kön­nen wir uns die­sen Pro­zess wie folgt vor­stel­len: In der Gemein­schaft ent­ste­hen die ers­ten Sym­bo­le, die es den Betei­lig­ten ermög­li­chen, sich nicht nur… Der Ursprung der Kom­mu­ni­ka­ti­on weiterlesen

Es war einmal: Der Westen — oder: Wir erinnern uns an eine Projektion

Last man stan­ding Wir erin­nern uns: John Way­ne oder Clint East­wood oder Bruce Wil­lis mit schie­fer Gri­mas­se vor einem Mau­er­rest. Schießt, trifft und bleibt immer der „last man stan­ding“. Vor­her ret­tet er ein Mäd­chen und nach­her rei­tet — oder im Fal­le von Bruce: fährt — er in den Son­nen­un­ter­gang. Erin­nern wir uns? Ja, wir erin­nern uns.… Es war ein­mal: Der Wes­ten — oder: Wir erin­nern uns an eine Pro­jek­ti­on weiterlesen

Die Relevanz der primären Stabilisierung

Es gab einen Über­griff. Die betrof­fe­ne Per­son war in dem Moment allein mit ihrem Gegen­über. Das Gegen­über war noch neu in der Ein­rich­tung, aber es war nicht der ers­te Tag für das Gegen­über. Alles lief nach Plan — zumin­dest theo­re­tisch. Die Situa­ti­on war eine ganz all­täg­li­che: Das Gegen­über woll­te etwas, die betrof­fe­ne Per­son lehn­te das… Die Rele­vanz der pri­mä­ren Sta­bi­li­sie­rung weiterlesen

Intervention in einem zerstrittenen Leitungsteam: Ein einfacher Leitfaden

Es gibt vie­le Model­le, an denen man sich ori­en­tie­ren kann, wenn es um die Fra­ge geht, wie man in einem Kon­flikt inter­ve­nie­ren kann. Und man kann schier end­lo­se Dis­kus­sio­nen dar­über füh­ren, wel­ches Modell nun bes­ser und wel­ches ggf. nicht so gut sei. Frei­lich kommt es auch auf die Aus­gangs­la­ge an, auf die Anzahl der Betei­lig­ten… Inter­ven­ti­on in einem zer­strit­te­nen Lei­tungs­team: Ein ein­fa­cher Leit­fa­den weiterlesen

Mitleid vs. Mitgefühl

Eine für die prak­ti­sche Arbeit in einem Hel­fer­be­ruf mei­nes Erach­tens sehr pra­xis­re­le­van­te Unter­schei­dung ist die zwi­schen Mit­ge­fühl und Mit­leid. Pra­xis­re­le­vant ist die­se Unter­schei­dung vor allem im Hin­blick auf die Dyna­mik der Kom­mu­ni­ka­ti­on bzw. der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Per­so­nen, die hel­fen und Per­so­nen, denen gehol­fen wird. Die­se Dyna­mi­ken kön­nen sowohl im Bereich ganz per­sön­li­cher, pri­va­ter Hil­fe auf­tre­ten,… Mit­leid vs. Mit­ge­fühl weiterlesen

Was tun Organisationsentwickler eigentlich?

Bera­ter kön­nen eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, wenn es dar­um geht, Orga­ni­sa­tio­nen zu opti­mie­ren oder wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Doch was genau tun Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler wäh­rend ihrer Arbeit? In ers­ter Linie hel­fen Bera­ter Orga­ni­sa­tio­nen dabei, in mög­lichst effi­zi­en­ter Wei­se ihren Zweck zu erfül­len. Der Zweck der Orga­ni­sa­ti­on dient dabei als Maß­stab: Eine Orga­ni­sa­ti­on exis­tiert zu einem bestimm­ten Zweck, und was… Was tun Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler eigent­lich? weiterlesen

Psychohygiene und Gesprächsführung – ein Leitfaden für ebenso wirksame wie deeskalierende und gesunde Gespräche

Die Her­aus­for­de­rung: Hil­fe unter stan­dar­di­sier­ten Bedin­gun­gen Mit­ar­bei­ter und Füh­rungs­kräf­te von Job­cen­tern und ihren Dienst­leis­tern ste­hen jeden Tag vor der Her­aus­for­de­rung, zwei – auf den ers­ten Blick viel­leicht para­do­xe – Anfor­de­run­gen mit­ein­an­der zu ver­bin­den: Einer­seits ist es ihre Auf­ga­be, Kun­den in Bezug auf Erwerbs­tä­tig­keit und oft auch Lebens­füh­rung zu hel­fen (bspw. als Fall­man­a­na­ger oder Job­coa­ches) oder… Psy­cho­hy­gie­ne und Gesprächs­füh­rung – ein Leit­fa­den für eben­so wirk­sa­me wie dees­ka­lie­ren­de und gesun­de Gesprä­che weiterlesen

Manipulation enttarnen und abwehren: Wie wir uns vor Manipulationsstrategien schützen können

Die bes­ten Mit­tel gegen Mani­pu­la­ti­on sind Skep­sis und eine gute Intui­ti­on. Indem man nicht zu ver­trau­ens­se­lig ist und sich nicht all­zu bereit­wil­lig auf eine „zu schö­ne“ Ver­si­on der Din­ge ein­lässt, bleibt man offen für wei­te­re (ande­re, abwei­chen­de) Infor­ma­tio­nen und bleibt man fähig, die prä­sen­tier­te Ver­si­on der Rea­li­tät zu hin­ter­fra­gen. Mani­pu­la­ti­on kann in vie­len For­men und Kon­tex­ten auf­tre­ten. Indem man sich bewusst macht, wie Mani­pu­la­ti­on funk­tio­niert, kann man sich bes­ser davor schüt­zen. In här­te­ren Fäl­len soll­te man sich nicht davor scheu­en, exter­ne Hil­fe in Anspruch zu neh­men, um sich aus sol­chen Situa­tio­nen zu befreien.

Wie kann ich als Führungskraft mit Grüppchenbildung im Team umgehen?

Die­ser Text setzt sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der, was eine Füh­rungs­kraft tun kann, wenn es zur Bil­dung von Grüpp­chen in einem Team kommt. Die vor­ge­schla­ge­nen Hand­lungs­mög­lich­kei­ten rei­chen von „weich“ bis „etwas fes­ter“ und ent­spre­chen einer authen­ti­schen, den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zuge­wand­ten Füh­rungs­hal­tung. Es gibt auch Situa­tio­nen, in denen die Klä­rung von Kon­flik­ten mit den Mit­teln… Wie kann ich als Füh­rungs­kraft mit Grüpp­chen­bil­dung im Team umge­hen? weiterlesen

Drei Ebenen der Intervention in Teamentwicklungen: Das Konzept der „Interventionstiefe“

Will man ein Team ent­wi­ckeln oder in einem Team inter­ve­nie­ren, bspw. im Fal­le eines Kon­flikts, ist es hilf­reich, vor­her zu über­le­gen, in wel­cher „Tie­fe“ man dies tun kann oder soll­te. Man­che mei­nen ja nicht ohne Grund, dass eine gute Auf­trags­klä­rung bereits die hal­be Inter­ven­ti­on sei. Nach Argy­ris bedeu­tet eine Inter­ven­ti­on (Defi­ni­ti­on gleich am Anfang des… Drei Ebe­nen der Inter­ven­ti­on in Team­ent­wick­lun­gen: Das Kon­zept der „Inter­ven­ti­ons­tie­fe“ weiterlesen

Im Coaching über Ziele reden

In die­sem Bei­trag wer­den drei Model­le vor­ge­stellt, die bei der The­ma­ti­sie­rung von Zie­len im Coa­ching hilf­reich sein kön­nen. Im Anschluss geht der Text auf die The­ma­ti­sie­rung von Zie­len im Coa­ching spe­zi­ell im Orga­ni­sa­ti­ons­kon­text ein, wodurch eini­ge für die­sen Kon­text spe­zi­fi­sche Limi­tie­run­gen sicht­bar wer­den.  Es sei vor­ab dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich nicht um neue, son­dern… Im Coa­ching über Zie­le reden weiterlesen

Mach, was Du kannst, dort, wo Du bist, so gut es eben geht

Sagt ein Kli­ent im Gespräch zu mir: “Mein Leben war immer auf Leis­tung getrimmt. Ich will das nicht mehr. Aber seit ich das nicht mehr will, weiß ich auch nicht, was ich will. Da ist so eine Lee­re.” Es geht in dem Gespräch viel um Sinn. Mit dem Sinn ist es aber so eine Sache. Wenn… Mach, was Du kannst, dort, wo Du bist, so gut es eben geht weiterlesen

Hamsterrad mit perfekter Ausrede. Oder was?

Kürz­lich hat­te ich die Freu­de, im Rah­men des jähr­li­chen Sym­po­si­ums des Mas­ter­stu­di­en­gangs Human Com­mu­ni­ca­ti­on an der Dres­den Inter­na­tio­nal Uni­ver­si­ty einen inspi­rie­ren­den Vor­trag von Jürg Kes­sel­ring zum The­ma Resi­li­enz zu hören. Zitat: “Wenn eine Schrau­be locker ist, liegt es immer an der Mut­ter. Das ist eine fau­le Aus­re­de. Wir haben einen Ruck­sack mit­be­kom­men. Es ist an… Hams­ter­rad mit per­fek­ter Aus­re­de. Oder was? weiterlesen

Wie bekommt man Ordnung in das Denken über Organisationen? Über den Organisationszweck als Denkmodell zur Führung, Entwicklung und Analyse von Organisationen

In die­sem Text geht es zunächst um den Ursprung, spä­ter um den Zweck von Orga­ni­sa­tio­nen. Aus der Betrach­tung des Zwecks einer Orga­ni­sa­ti­on erge­ben sich ver­schie­de­ne prak­tisch rele­van­te Hin­wei­se zum Ver­ständ­nis und zur Bera­tung bzw. Ent­wick­lung von Orga­ni­sa­tio­nen. Die metho­di­sche Umsetz­bar­keit der Dar­stel­lun­gen wird am Ende des Tex­tes anhand eines Pra­xis­bei­spiels illus­triert. Die anfäng­lich sehr aus­führ­li­chen… Wie bekommt man Ord­nung in das Den­ken über Orga­ni­sa­tio­nen? Über den Orga­ni­sa­ti­ons­zweck als Denk­mo­dell zur Füh­rung, Ent­wick­lung und Ana­ly­se von Orga­ni­sa­tio­nen weiterlesen